Elektroauto im Niedertarif laden: Zeiten, Preise und Programmierung
Niedertarif-Zeiten je Netzbetreiber, Preisunterschied HT/NT, Ersparnis pro Jahr, Programmierung und dynamische Stromtarife seit 2026: so laden Sie günstig.
Aubin Aycaguer, Chief of Staff, Voltaback3. Nov. 2026

Wer sein Elektroauto im Niedertarif lädt, zahlt je nach Netzbetreiber rund 15 bis fast 40 % weniger pro kWh. Eine schweizweite Regel für die Niedertarif-Zeiten gibt es nicht: Jeder Netzbetreiber legt sie selbst fest, meist nachts und ganz oder teilweise am Wochenende, bei einigen inzwischen sogar mittags.
Dieser Ratgeber erklärt Schritt für Schritt, wie der Doppeltarif funktioniert, wie Sie Ihre Zeiten finden, wie viel Sie pro Jahr tatsächlich sparen, wie viele Kilometer Sie im Niedertarif-Fenster nachladen und wie Sie Auto oder Wallbox programmieren. Er behandelt auch die dynamischen Tarife, die seit 2026 möglich sind, und das Laden mit Solarstrom. Fahren Sie ein Geschäftsauto, kann Ihr Arbeitgeber mit Voltaback jede kWh zum effektiven Preis vergüten, ob Hoch- oder Niedertarif.
Hochtarif und Niedertarif: so funktioniert der Doppeltarif
Die meisten Schweizer Netzbetreiber bieten einen Doppeltarif an: einen Hochtarif (HT) für die Zeiten mit hoher Nachfrage und einen Niedertarif (NT) für die übrige Zeit. Der Zähler erfasst die kWh beider Zeitfenster getrennt (zwei Zählwerke).
Der Niedertarif betrifft die Energie und bei vielen Netzbetreibern auch die Netznutzung. Gerade die Netznutzung erzeugt die grössten Unterschiede. Die Abgaben (Netzzuschlag des Bundes von 2.3 Rp./kWh, kantonale und kommunale Abgaben) sind in der Regel Tag und Nacht gleich hoch.
Begriffe kurz erklärt:
- Netzbetreiber (Verteilnetzbetreiber, EW): das Elektrizitätswerk Ihrer Gemeinde, es legt Tarife und Zeiten fest;
- Grundversorgung: Haushalte mit weniger als 100'000 kWh pro Jahr beziehen ihren Strom beim lokalen Netzbetreiber, zu dessen publizierten Tarifen;
- Einheitstarif: ein einziger Preis rund um die Uhr, ohne HT/NT.
Niedertarif-Zeiten: jeder Netzbetreiber entscheidet selbst
Vier reale Beispiele für 2026 zeigen, wie unterschiedlich die Regeln sind:
Netzbetreiber | Hochtarif | Niedertarif |
|---|---|---|
ewz (Stadt Zürich) | Montag bis Samstag, 6 bis 22 Uhr | nachts 22 bis 6 Uhr, Sonntag ganztags |
Elektrizitätswerk Zuzwil (SG) | alle übrigen Stunden | täglich 10 bis 17 Uhr |
WWZ (Zug) | bei der Netznutzung nur noch Einheitspreise, keine Unterscheidung zwischen Tag und Nacht | |
Services industriels de Lausanne (VD) | Montag bis Freitag, 8 bis 22 Uhr | nachts 22 bis 8 Uhr, Samstag und Sonntag ganztags |
Quellen: ewz, Übersicht Tarife 2026, Gemeinde Zuzwil, Mitteilung zu Tarifänderungen 2026, WWZ, Informationen zu den Tarifänderungen 2026, Stadt Lausanne, Stromtarife 2026, Dokument auf Französisch.
Das Beispiel Zuzwil zeigt einen Trend: Einige Netzbetreiber verschieben den Niedertarif wegen des wachsenden Solarstroms in die Mittagsstunden. Wer dort weiter nachts lädt, zahlt seit 2026 den Hochtarif.
So finden Sie Ihre Niedertarif-Zeiten
Drei Quellen, von der schnellsten zur vollständigsten:
- Ihre Stromrechnung: Weist sie zwei Zählerstände oder zwei Preise aus (HT und NT), haben Sie einen Doppeltarif. Auch der Produktname steht dort.
- Das Tarifblatt Ihres Netzbetreibers: Es nennt die Zeiten und die Preise pro kWh für das laufende Jahr.
- Die Strompreis-Webseite der ElCom: Nach Eingabe Ihrer Gemeinde sehen Sie Ihren Netzbetreiber und seine Produkte, oft inklusive des günstigsten. Quelle: ElCom, Strompreis-Webseite.
Zeigt Ihre Rechnung nur einen Zählerstand, haben Sie einen Einheitstarif. Fragen Sie Ihren Netzbetreiber, ob ein Doppeltarif für Ihren Anschluss verfügbar ist.
Der Doppeltarif kann günstiger werden als der Einheitstarif, sobald ein grosser Teil des Verbrauchs ins NT-Fenster fällt. Mit einem Elektroauto ist das fast immer der Fall: Eine typische Pendlerladung von 8 bis 12 kWh pro Tag macht bei einem Haushalt mit 4'500 kWh pro Jahr rund 40 bis 50 % des gesamten Verbrauchs aus und fällt ins NT-Fenster. Ein Wechsel lohnt sich deshalb oft, gerade wenn Sie das Auto zum ersten Mal zu Hause laden. Klären Sie vorher, ob der Zähler umgestellt werden muss und ob dafür Kosten anfallen.
Wie gross ist der Preisunterschied zwischen HT und NT?
Der Unterschied hängt stark vom Netzbetreiber ab. Die folgenden Werte sind die publizierten Preise 2026 pro kWh.
Netzbetreiber | Hochtarif | Niedertarif | Differenz |
|---|---|---|---|
ewz, Produkt ewz.natur (inkl. Abgaben, ohne MWST) | 26.25 Rp. | 15.90 Rp. | -10.35 Rp. (-39 %) |
Lausanne, Profil DUO nativa (Energie und Netz, ohne MWST und Abgaben) | 24.58 Rp. | 18.02 Rp. | -6.56 Rp. (-27 %) |
Ascona (TI), Energie, Netz, Swissgrid und Abgaben addiert | rund 25.5 Rp. | rund 21.7 Rp. | rund -3.8 Rp. (-15 %) |
Berechnung Voltaback auf Basis der Tarifblätter; Quelle Ascona: Gemeinde Ascona, Tarife 2026 (italienisch). Dazu kommt die MWST von 8.1 %: Bei ewz kostet der Niedertarif damit rund 17.2 Rp. inklusive MWST.
Wie sich Ihr Strompreis insgesamt zusammensetzt und wie hoch er in Ihrem Kanton ist, erklärt unser Beitrag zum Strompreis in der Schweiz.
Wie viel spart man mit dem Niedertarif pro Jahr?
Beispielrechnung für 15'000 km pro Jahr:
- Verbrauch in der Batterie: rund 18 kWh pro 100 km, also 2'700 kWh;
- plus rund 10 % Ladeverluste: rund 3'000 kWh ab Zähler;
- Ersparnis = 3'000 kWh × Preisdifferenz HT/NT.
Netzbetreiber | Differenz pro kWh | Ersparnis, wenn alles im NT geladen wird |
|---|---|---|
ewz (Zürich) | 10.35 Rp. ohne MWST | rund CHF 310.– ohne MWST, rund CHF 336.– inkl. MWST |
Lausanne | 6.56 Rp. ohne MWST | rund CHF 197.– ohne MWST, rund CHF 213.– inkl. MWST |
Ascona | rund 3.8 Rp. | rund CHF 113.– |
Die Ersparnis erfordert keine Investition: Es genügt, die Ladung um ein paar Stunden zu verschieben. Was eine volle Ladung zu Hause kostet und wie hoch das Monatsbudget ist, zeigt der Beitrag Kosten einer Ladung zu Hause.
Achten Sie auf die Ladeverluste: An einer Haushaltssteckdose sind sie mit rund 13 bis 15 % deutlich höher als an einer Wallbox mit 5 bis 7 % (ADAC-Messungen 2026). Auch eine günstige kWh, die als Wärme verloren geht, ist bezahlt. Quelle: ADAC, Studie zu Ladeverlusten.
Wie viele Kilometer lädt man im Niedertarif-Fenster nach?
Das hängt von der Ladeleistung und der Länge Ihres Zeitfensters ab. Annahme: 20 kWh pro 100 km ab Zähler, Verluste inbegriffen.
Ladepunkt | Effektive Leistung | Fenster 7 h (Zuzwil, mittags) | Fenster 8 h (ewz, nachts) |
|---|---|---|---|
Haushaltssteckdose T13 | rund 2.3 kW | rund 80 km | rund 90 km |
CEE16 blau + mobiles Ladegerät | rund 3.7 kW | rund 130 km | rund 150 km |
Dreiphasige Wallbox 11 kW | 11 kW | rund 385 km | Batterie bei den meisten Autos voll |
Berechnung Voltaback. Für Pendlerinnen und Pendler im Mittelland mit 40 bis 60 km pro Tag reicht also selbst eine Steckdose, um alles im Niedertarif nachzuladen. Die genaue Ladedauer nach Batterie und Leistung finden Sie im Beitrag Ladedauer eines Elektroautos.
Ladung auf den Niedertarif programmieren
Kennen Sie Ihre Zeiten, übernimmt das Auto oder die Wallbox die Arbeit. Drei Möglichkeiten:
- In der App des Fahrzeugs: Die meisten Modelle erlauben eine Startzeit oder, besser, eine Abfahrtszeit mit Ziel-Ladestand. Wählen Sie «geplantes Laden» und tragen Sie den Beginn Ihres NT-Fensters ein.
- In der Wallbox oder ihrer App: sinnvoll, wenn mehrere Autos dieselbe Station nutzen oder das Fahrzeug die Planung schlecht umsetzt.
- Über ein Energiemanagementsystem: unverzichtbar bei dynamischem Tarif oder Photovoltaik, weil es die Ladung nach Preis oder Produktion steuert.

Drei Gewohnheiten vermeiden böse Überraschungen:
- Starten Sie einige Minuten nach Beginn des Fensters, um kleine Uhrabweichungen abzufangen.
- Prüfen Sie jedes Jahr das neue Tarifblatt: Die Netzbetreiber publizieren ihre Tarife bis Ende August, und die Zeiten können sich ändern, wie das Beispiel Zuzwil zeigt.
- Vergleichen Sie Spezialtarife für Elektromobilität, falls Ihr Netzbetreiber welche anbietet. Bei ewz gilt in den Elektromobilitätstarifen der Hochtarif nur von Montag bis Samstag von 11 bis 13 Uhr und von 18 bis 20 Uhr (ewz, Übersicht Tarife 2026).
Dynamische Stromtarife seit 2026: das Ende fixer Niedertarif-Zeiten?
Seit dem 1. Januar 2026 ist das zweite Paket des Mantelerlasses (Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien) in Kraft. Netzbetreiber dürfen Kundinnen und Kunden mit Smart Meter dynamische Tarife anbieten. Quelle: ElCom, FAQ zum Mantelerlass.
So funktioniert das Beispiel EKZ (Kanton Zürich) im Jahr 2026:
- Der Preis kann sich alle 15 Minuten ändern und wird am Vortag bis 18 Uhr publiziert, auch über eine Schnittstelle (API).
- Die Energie schwankt höchstens 5 Rp. um den Standardtarif, die Netznutzung zwischen -5 und +15 Rp.
- Voraussetzung ist ein kommunizierender Smart Meter; EKZ empfiehlt den Tarif nur mit einem Energiemanagementsystem.
Quelle: EKZ, Tarifblätter dynamischer Tarif 2026.
Was bedeutet das für Ihr Elektroauto? Ein dynamischer Tarif lohnt sich, wenn die Ladung automatisch in die günstigsten Viertelstunden gelegt wird. Ohne Steuerung kann er teurer sein als ein klassischer Doppeltarif, weil die Netznutzung zu Spitzenzeiten um bis zu 15 Rp. steigt.
Die Smart Meter kommen ohnehin: Bis Ende 2027 müssen 80 % der Messpunkte jedes Netzgebiets damit ausgerüstet sein (Stromversorgungsverordnung). Quelle: StromVV, Fedlex.
Mit Solarstrom laden: ZEV und LEG
Mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach ist die günstigste kWh oft jene, die mittags produziert und direkt verbraucht wird. Im Homeoffice oder am Wochenende zwischen 11 und 15 Uhr zu laden, kann dann günstiger sein als der nächtliche Niedertarif.
Zwei gemeinschaftliche Modelle gewinnen an Bedeutung:
- Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV): Die Bewohnerinnen und Bewohner eines Gebäudes teilen sich den Solarstrom vom Dach zu einem internen Preis.
- Lokale Elektrizitätsgemeinschaft (LEG): seit dem 1. Januar 2026 möglich; lokal produzierter Strom wird über das Quartiernetz geteilt, mit reduziertem Netznutzungsentgelt.
Quelle: Balthasar Legal, Eigenverbrauchsmodelle Schweiz 2026.
Achtung: Der dynamische EKZ-Tarif ist für LEG-Teilnehmende nicht anwendbar. Wählen Sie das Modell, das zu Ihrem Ladeverhalten passt.
Geschäftsauto: Vergütung zum effektiven Preis, ob HT oder NT
Laden Sie ein Geschäftsauto zu Hause, hat Ihr Arbeitgeber zwei Möglichkeiten. Die Pauschale gemäss Muster-Spesenreglement der Schweizerischen Steuerkonferenz (SSK) beträgt höchstens CHF 60.– pro Monat, unabhängig von Ihrem Tarif. Die Vergütung der effektiven Spesen folgt Ihrem tatsächlichen Verbrauch und Preis. Quelle: ESTV, Muster-Spesenreglement 2026.
Bei effektiver Vergütung geht nichts verloren: Laden Sie im Niedertarif, zahlt das Unternehmen weniger. Müssen Sie tagsüber laden, zahlen Sie nicht drauf. Jede kWh wird zum Preis des Zeitfensters vergütet, in dem sie bezogen wurde.
Genau das macht Voltaback. Die Plattform erfasst jede Ladung (Datum, Dauer, kWh) und wendet den Hoch- oder Niedertarif Ihres Vertrags an, auch einen Solar- oder ZEV-Preis. Voltaback stützt sich auf den MID-zertifizierten Zähler des Haushalts, nicht auf einen eigenständigen Zähler im Ladekabel. Die Messung wurde von einer unabhängigen Drittstelle geprüft: relative Abweichung 1.22 %.
Ihre Ladungen und Vergütungen sehen Sie in der Fahrer-App. Ihr Arbeitgeber erhält nie Ihre Standortdaten, im Einklang mit dem nDSG. Alle Schritte aus Sicht der Fahrerin oder des Fahrers erklärt unser Leitfaden zum Laden des Geschäftsautos zu Hause.
Häufige Fragen zum Niedertarif
Das legt jeder Netzbetreiber selbst fest. Meist gilt der Niedertarif nachts, zum Beispiel von 22 bis 6 Uhr, oft auch am Sonntag oder am ganzen Wochenende. Einige Netzbetreiber wie Zuzwil haben ihn seit 2026 auf die Mittagszeit von 10 bis 17 Uhr verlegt.
Das hängt vom Netzbetreiber ab. Bei ewz in Zürich gilt der Sonntag ganztags als Niedertarif, der Samstag nicht; in Lausanne sind Samstag und Sonntag ganztags Niedertarif.
Schauen Sie auf Ihre Stromrechnung: Stehen dort zwei Zählerstände oder zwei Preise (HT und NT), haben Sie einen Doppeltarif. Sonst fragen Sie Ihren Netzbetreiber, ob er für Ihren Anschluss einen anbietet.
Bei 15'000 km pro Jahr, also rund 3'000 kWh ab Zähler, sind es je nach Netzbetreiber rund CHF 110.– bis über CHF 330.– pro Jahr. Die Ersparnis hängt allein von der Preisdifferenz zwischen Hoch- und Niedertarif ab.
Nein. Für Hoch- und Niedertarif genügt ein klassischer Doppeltarifzähler. Einen Smart Meter brauchen Sie nur für einen dynamischen Tarif, dessen Preis sich im Tagesverlauf ändert.
Ja, wenn die Ladung automatisch in die günstigsten Zeiten gesteuert wird. Ohne Steuerung kann er teurer sein als ein Doppeltarif, weil die Netznutzung zu Spitzenzeiten deutlich steigen kann.
Zur richtigen Zeit laden, zum richtigen Preis vergüten
Der Niedertarif ist die einfachste Ersparnis beim Elektroauto: Zeiten kennen, Auto programmieren, Tarifblatt jährlich prüfen. Beim Geschäftsauto gehört dazu, dass die Vergütung jede kWh zum exakten Preis abbildet.
Sie verantworten Flotte oder HR? Kontaktieren Sie unser Team: Wir zeigen Ihnen, wie Voltaback jede Ladung zum effektiven Tarif jeder Mitarbeiterin und jedes Mitarbeiters vergütet. Details zum Angebot finden Sie unter Heimladen vergüten.
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